Vortrag
Mittwoch, 15.12.2021, 19:00h

Deborah Hertz

Professor of History, University of California, San Diego

Ambition, Hypocrisy and the Allure of German Nationalism. Berlin Jewish Salons in the Age of Napoleon

Gesprächsleitung: Susan Neiman, Potsdam

In dem Vierteljahrhundert zwischen 1780 und 1806 versammelte sich die höfische und intellektuelle Elite Berlins in den Häusern einiger wohlhabender, kultivierter Jüdinnen, um über die Ereignisse des Tages zu diskutieren. Fürsten, Adlige, aufstrebende Schriftsteller, Schauspieler und schöne Jüdinnen strömten in die Salons von Rahel Varnhagen, Henriette Herz und Dorothea von Courland und schufen damit sowohl eine neue kulturelle Institution als auch ein Beispiel für eine in der deutschen Vergangenheit noch nie dagewesene soziale Durchlässigkeit.

So vorteilhaft und anregend diese Salons für ihre Gäste auch waren, so erwiesen sie sich doch als Produkt einer vorübergehenden Konvergenz von sozialen und kulturellen Strukturen. Kursierende antisemitische Gerüchte und der neue Nationalismus, den die Umwälzungen in Preußen nach 1806 auslösten, machten das jüdische Salonleben in Berlin schnell zunichte.

Begrenzte Teilnehmer:innenzahl. Anmeldung erforderlich: einsteinforum@einsteinforum.de


Deborah Hertz
ist Inhaberin des Herman Wouk-Lehrstuhls für moderne jüdische Studien und Professorin am Fachbereich Geschichte der UC San Diego. Hertz ist die Autorin von How Jews Became Germans: The History of Conversion and Assimilation in Berlin (2007) und Jewish High Society in Old Regime Berlin (1988). Beide Bücher wurden ins Deutsche übersetzt. Sie hat über 30 Artikel im Bereich der deutsch-jüdischen Geschichte und der Geschichte jüdischer Frauen veröffentlicht. Derzeit arbeitet sie an einem neuen Buch mit dem Arbeitstitel “Visionaries, Lovers and Mothers: Radical Jewish Women from Conspiracy to Kibbutz”.

Veranstaltung in englischer Sprache